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wohnhaus propsteigasse

ausgezeichnet für "vorbildliche bauten in niederösterreich" 2017

ausgezeichnet mit dem niederösterreichischen baupreis 2018

probsteigasse 12, 3910 zwettl

zeitraum: 2013-2016
leistung: vorentwurf, entwurf, einreichung, ausführungsplanung, ausschreibung, künst.-techn.-geschäft.-oberleitung, örtliche bauaufsicht
fotos: martin kitzler
text: martin lengauer
 
 

 

 

                       

          

Fang das Licht: Wohnqualität am Nordhang

Das von einem privaten Bauherrn initiierte und von Architekt Horst Zauner geplante Mehrparteienhaus im Zentrum Zwettls schafft Wohnraum für junge Menschen in einer städtebaulich sensiblen Hanglage. Der Neubau fügt sich in den umgebenden Bestand ein und respektiert den geübten Blick der Zwettler.

Entlang der Propsteigasse im Zentrum der Waldviertler Brau- und Klosterstadt Zwettl erstreckt sich ein steiles Hanggrundstück. Sein Besitzer, der Eigentümer eines Handwerksbetriebs vor Ort, erkannte bereits vor Jahren den gestiegenen Wohnbedarf für Erwachsene am Beginn ihrer Berufslaufbahn. Er beauftragte Architekt Horst Zauner, auf dem nach Nordost bis Nordwest orientierten Grundstück insgesamt sieben Mietwohnungen – so genannte „Startwohnungen“ – zu entwickeln.

Bereits die Planungsaufgabe erfüllt zentrale Kriterien verantwortungsvoller Baukultur. Sie identifiziert bebaubares Gebiet im Zentrum, vermeidet also die Neuversiegelung dezentraler Lagen. Sie setzt auf Nachverdichtung in bereits bebauten Zonen und leistet so einen Beitrag gegen die grassierende „Ent-Lebung“ gewachsener Ortszentren. Schließlich schafft sie Wohnraum dort, wo er von der erwähnten Zielgruppe benötigt wird, nämlich in räumlicher Nähe zu urbaner Infrastruktur und wichtigen Arbeitgebern wie dem Krankenhaus Zwettl. Das stärkt die Dienstleistungsbetriebe im Zentrum und ist ein Beitrag zu einem generationenübergreifend funktionierenden Sozialgefüge einer lebenswerten Stadt.

Maßstäblichkeit und Respekt

Hauptherausforderung im Planungsprozess war die Nordausrichtung des Hanggrundstücks und die damit verbundene Lichtsituation. Nicht zuletzt deshalb erteilte Horst Zauner einer monolithischen Riegelbebauung des Grundstücks eine Absage und entschied sich für vier abgegrenzte Baukörper, die durch leicht unterschiedliche Ausrichtungen und Gebäudeöffnungen den Lichteinfall für alle Wohnungen optimieren. Die Planung orientierte sich dabei am kleinstrukturierten Altbestand: die beiden baufälligen und zum Teil jahrelang leerstehenden Wohnhäuser aus den frühen 1900er Jahren mussten vor Baubeginn abgetragen werden.

Die Setzung der zweigeschoßigen Neubauten nimmt Rücksicht auf städtebauliche Gegebenheiten der sensiblen, zum Zwettler Zentrum hin orientierten Hanglage. Sie achtet auf Maßstäblichkeit und eine am umgebenden Bestand orientierte Proportionierung – eine Geste des Respekts vor den „Sehgewohnheiten“ der eingesessenen Bevölkerung.

Die Schnitte und Öffnungen der Wohnbauten zielen auf die bestmögliche Nutzung von Ost- bzw. Westsonne ab. Egal ob Erdgeschoß oder Obergeschoß: jede Wohnung verfügt über raumhohe Fenster und eine Terrasse. Das ist umso wichtiger, als die vorgelagerte Grünfläche für eine sinnvolle Gartennutzung zu steil ist. Ausnahme: die am Westende des Grundstücks gelegene, etwas größer dimensionierte Maisonette-Wohnung verfügt nebst Terrasse auch über 36m² Gartenfläche.

Errichtet wurden die Häuser in Massivbauweise mit 25 cm Ziegelmauerwerk und 20 cm Vollwärmeschutz sowie mit Stahlbetondecke mit Warmdachaufbau. Die Kellerabteile für alle Wohnungen befinden sich unter der westlich gelegenen Wohnung. Im Inneren der Wohnungen sorgen Eichenparkett und Fußbodenheizung für Behaglichkeit. Glaskuppeln lotsen das Sonnenlicht in die Stiegenhäuser sowie in die Badezimmer der Obergeschoße.

Reihenfolge: 
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